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Publizierte Bücher

Ich hab kein Wort verloren

Gedichte
Jürg von Ins

184 Seiten, gebunden

Wolfbach-Verlag, Zürich 2008

ISBN 3-952 3057-6-6

 

 

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Papa Tabu. Die Heilung eines Prügelknaben in Afrika

Roman

Jürg von Ins

208 Seiten, Broschur

Wolfbach-Verlag, Zürich 2011

ISBN 978-3-905910-20-9

 

 

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Papa Tabou. Guérison d'un souffre-douleur en Afrique

Auteur: Jürg von Ins; Traduit de l'allemand par Ndongo Sadji

Paris/Dakar, L'Harmattan 2015

ISBN 978-2-343-05399-8

 

 

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Der Rhythmus des Rituals

Grundlagen einer ethnologischen Ritualsemiotik,

entwickelt am Beispiel des Ndëpp der Lebu (Senegal)

Jürg von Ins

Herausgegeben vom 

Institute for Comparative Health Studies, Elmina, Ghana

Reimer Verlag, Berlin 2001

 

 

Unveröffentlicht

Peer Gynt: Der Weg des blinden Schamanen.

Ein dramatisches Gedicht.

Jürg von Ins

 

Unveröffentlichtes Manuskript.

 

Peer Gynt ist ein geborener Schamane in ausgesprochen nicht-schamanischer Gesellschaft: ohne Meister und initiatische Anleitung, ohne gesellschaftliche Anerkennung und ohne je gefragt zu sein. Er lässt sich irre machen und verschwendet seine Kräfte an beliebige Unternehmungen. Dabei hat er zwar Erfolg, doch die Menschen verbünden sich gegen ihn, wo immer er auftritt - bis er schliesslich in der Begegnung mit Solveig selbst erst entdeckt, welche besonderen Aufgaben er zu erfüllen befähigt ist.

Das Drama spielt an verschiedenen Schauplätzen in Norwegen, Marokko, Aegypten und auf Rhodos. Rastlos kommt die Handlung voran, Schritt für Schritt wird Peers Initiation aus profanen Versatzstücken zusammengestoppelt.

 

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Bei Interesse an einer Inszenierung freue ich mich über Kontaktnahme!

Religiöse Erlebnisse und rituelle Welten. Update zur Wissenschaft der Religion

Buchprojekt

Jürg von Ins

1.5.2014-19.12.2014

Work in Progress

 

Im Raum religiöser Erlebnisse sind Gruppeneffekte selten (man vergleiche aber die grossen Ausnahmen Apg.2 und Apg.9,7b). Zunächst ist das religiöse Erlebnis nicht notwendigerweise einsam, aber sprachlos und allein. Deshalb ist der religiöse Mensch ganz grundsätzlich kein soziales Wesen. Und da der Mensch das religiöse Wesen ist, bleibt ihm die Sozietät immer problematisch. Sie treibt ihn von seiner Mitte fort. Wenn er Zuhörer braucht, heisst das noch lange nicht, dass er Gesellschaft sucht. Und wenn er ins Gespräch tritt, sucht er das Alleinsein des Andern. Er ist seinem Wesen gemäss allein, wie man allein geboren wird und stirbt. So eben erwacht man auch allein zum Leben.

 Mein Motiv ist das praktische Interesse an der Frage, wie sich der Zugang zum Leben entrümpeln lässt. Ich bin der Frage lange Jahre mit Händen und Füssen nachgegangen – und jetzt noch mit dem Kopf.

Wer religiös erlebt, leitet die Zukunft nicht mehr von der Vergangenheit ab, sondern bewundert und befürchtet, dass sie neu ist; zu neu und zu reich, um organisiert zu werden. Und dass sie uns zu jenem ‚freien Tier‘ macht, das seinen Untergang, sein lebensveränderndes Erlebnis schon hinter sich hat – vor sich nur die Weite des Himmels, und hinter sich die geplatzte Box.

Das religiöse Erlebnis, wie ich es im Bund mit Schleiermacher auf den Punkt bringen darf, ist der Griff nach dem vollen Leben.

Rilke (8. Duineser Elegie) malt das religiöse Erlebnis als Kontrast zum Hintergrund unserer säkularen, ans Passé simple gefesselten tristesse. Er malt den Erlebenden und dessen Zuschauer, das religiöse Erlebnis und dessen Löschung zugleich:

 

„Und wie bestürzt ist eins, das fliegen muss
und stammt aus einem Schoss. Wie vor sich selbst
erschreckt, durchzuckts die Luft, wie wenn ein Sprung
durch eine Tasse geht. So reißt die Spur
der Fledermaus durchs Porzellan des Abends.

Und wir: Zuschauer, immer, überall,
dem allen zugewandt und nie hinaus!
Uns überfüllts. Wir ordnens. Es zerfällt.
Wir ordnens wieder und zerfallen selbst.

Wer hat uns also umgedreht, dass wir,
was wir auch tun, in jener Haltung sind
von einem, welcher fortgeht? Wie er auf
dem letzten Hügel, der ihm ganz sein Tal
noch einmal zeigt, sich wendet, anhält, weilt -,
so leben wir und nehmen immer Abschied.“

 

Man hat nicht gezögert, diese Störung als ‚historisches Bewusstsein‘ zu adeln.

Das religiöse Erleben kann mit Veränderungen der sinnlichen Wahrnehmung einhergehen. Aber die sichtbaren, hörbaren, fühlbaren und also beschreibbaren Dimensionen bilden schon die erste symbolische Überformung, die das Erlebnis kognitiv fassbar macht. So erst bringt es Unerkanntes und Erkanntes zusammen, das Eigentliche und seine Verpackung. So kultiviert es die Grenze der Erkenntnis, wobei für Zuschauer die Verpackung immer im Vordergrund steht. Naheliegend, dass dabei Poesie – also das Genre jener Texte, die man immer nur halb versteht – eine Schlüsselrolle spielt. Das religiöse Erlebnis aber als das Eigentliche ist transzendent.Und was Geschichte macht ist die Verpackung.

Das ist die Begründung von Religion: dass die Erlebnisschnecke ihre Fühler in die Transzendenz ausstrecken und dadurch das Häuschen zur Detonation bringen kann.

Apostelgeschichte 9: Saulus reitet gegen Damaskus, „Drohung und Mord“ gegen die Christen „schnaubend“. Plötzlich geht alles so rasend schnell, dass ihm die Sinne schwinden. Ein Lichtball trifft von hinten seine Augen. Gleichgewichtssinn und motorische Kontrolle fallen aus, er stürzt vom Pferd. Nach dem Erwachen kann er drei Tage nicht sehen. Er ist so erfüllt von der erlebten Einheit, dass er nichts mehr braucht. In der Obhut der christlichen Gemeinde setzt die kognitive Überformung ein. „Was ist diese Einheit? Ah! Die Christen, meine Feinde pflegen mich. Es ist die Einheit mit dem Feind –All is one! Christus ist mir erschienen!“ Saulus ist ein anderer, er ist Paulus geworden. Doch ach wie bald wird er in neue Boxen kriechen, die wiederum nur nach hinten raus Fenster haben!

Es stehen stets verschiedene Symbole und Konzepte zur Wahl. Saulus hätte auch denken können: „Ah, das war grossartig, dieses friedliche Einssein. Das kam wohl vom zu schnellen Reiten. Aber jetzt bin ich wieder bei Sinnen. Das passierte gewiss nur, weil ich zu wenig geschlafen hatte; oder zu viel getrunken und zu wenig gegessen.“

Unterschiedliche Deutungen machen unterschiedlich viel aus dem Erlebnis, und wenn es sich erneut einstellt, haben sie es längst überformt. Aber alle Symbole und Konzepte nehmen dem religiösen Erlebnis das Entscheidende weg: seine Transzendenz. Die Schriftreligionen sind alte, längst erkaltete Planeten, die um jene Sonnen des Erlebens kreisen, von denen sie einst weggeschleudert wurden.

 

Religion aber ist die Sonne: erleuchtend, wärmend oder versengend. Unter welchen Bedingungen tritt welche Wirkung ein? Davon handelt Religionswissenschaft.