Jürg von Ins als Special Guest an Gruppenausstellung in Sent/Scuol: 28.10.-9.12.2017

Kunst ist ein anderes Wort für Dasein - unter diesem Motto stellt die Gruppe  ∏2022© Werke von Regula Schmid, Shanice Haas, Arghavan Koshravi, MelB und anderen aus. Als Special Guest ist Jürg von Ins mit Keramiken und Collagen vertreten. Dies aufgrund eines Treffens von Jürg von Ins und Christoph Zuber, einem der Agenten von Artnsport61 - dem Initianten der Ausstellung.  Auszug aus dem Katalog:

 

"Die beiden Trink- und Opferschalen sind ganz aus der tiefen, fast symbiotischen Beziehung zu Peperoni und marokkanischer Netzmelone entstanden. Die gelbliche Oberfläche ist leicht bedeckt mit einer rötlichen Netzstruktur. Gelb – die Farbe der Kommunikation, des Merkur, des Sulfurprozesses. Rot, die Leidenschaft, die Kraft, der intensive Ausgleich, das Blut, die Erotik. Ärzte und Spitäler sind ohne Arbeit und halbleer, wird die Botschaft solcher alltäglichen Früchte und Gemüse beim Essen ganz erkannt. Dazu ist Besonnenheit, Ruhe und Langsamkeit im Genuss bedingungslose Voraussetzung.

 

Jürg von Ins hat Jahrzehnte damit verbracht, eine Sprache zu finden, welche uralte Prozesse in aktuelle Gegenwart hineingiesst. Seine Forschungen im Westen Afrikas, in der Bibel und im kulturellen Alltag Westeuropas bringen ihn immer wieder zu einer erstaunlichen Gelassenheit gegenüber den grossen Fragen des Hier und Jetzt. Komm, besuche mich, zu Trinken hat es genug. Wenn das nicht eine Ansage zum Innehalten ist. Zum Da-Sein."

 

Vernissage am 28.10.2017, 17 h, in der Grotta da Cultura in Sent/Scuol.

Weitere Informationen: Grotta da Cultura.

 

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Schmelztiegel Kaffeeplantage

Ausstellung im Johann Jacobs Museum, Zürich

 

Vom 30. August 2017 bis 28. Januar 2018 zeigt das Johann Jacobs Museum eine Ausstellung über brasilianische Kaffeeplantagen. Dabei geht es weniger um landwirtschaftliche Arbeit und das Produkt „Kaffee“, als um jenes kulturelle und künstlerische Eigenleben, das sich im 19. und 20. Jahrhundert an diesen Orten entwickeln konnte. Kaffeeplantagen waren Schmelztiegel von europäischen, insbesondere schweizerischen Einwanderern, von geflüchteten und befreiten Sklaven afrikanischer Herkunft, und damit Orte, an denen zwangsläufig neue Formen von Gemeinschaft und kulturellem Ausdruck entstanden.

 

 

Weitere Informationen

Lager hell

Lager hell

 

Es gibt ein Übergehn.

Du bist unendlich schön.

Du hast ihn nie gesehn.

Du hast sein Gen.

 

Es ist ein grosses Warten

in einem Blumengarten,

wo diese Lager stehn.

In einem Blumengarten –

 

es gibt ein Übergehn.

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Mit Petrus zu neuen kulinarischen Ufern

Ein Abend in London im Restaurant Archipelago. Wir begannen mit dem Sweet-chili smoked python carpaccio. Das Fleisch war schmackhaft, aber etwas fest im Biss. Die Kangaroo skewers und das Jerked alpaca hingegen kamen zart und in himmlischen Kombinationen. Der Love-bug salad passte zu beiden. Die Krönung waren dann die Caramel mealworms on blinis, coconut cream and vodka jelly.

 

Wir haben uns über die Entstehung der Nahrungstabus unterhalten. Endlich beugt  sich die schweizerische Gesetzgebung dem Rat des Petrus (Apg 10,9-16):

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Kämpferische Töne und Klischees

Im Rahmen des Filmfestivals stellt Koanda Sahab seine Plastiken aus. Im Bild: Thomas Sankara am Rednerpult.
Im Rahmen des Filmfestivals stellt Koanda Sahab seine Plastiken aus. Im Bild: Thomas Sankara am Rednerpult.

Das FESPACO (Panafrikanisches Filmfestival Ouagadougou) ist nicht mehr, was es bei der letzten Durchführung im Jahr 2015 war. Damals - unmittelbar nach der Revolution von Oktober 2014, kam wie nie zuvor Volksfeststimmung auf. Diese war auch für dieses Jahr wieder vorausgesagt. Doch nach dem Terroranschlag von Januar 2016 sieht die Welt in Ouagadougou anders aus. Das Fest misslingt. Das FESPACO findet in Sälen und im Institut Français statt, gesichert von schwer bewaffneten Uniformierten.

 

Eindrücke vom Festival; Tages Anzeiger 8.3.2017, Autor: Jürg von Ins

 

 

 

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Millefeuille

Was weiss die Mücke von Zeit und Raum?

Sie lebt egozentrisch im Mückentraum

und kann sonst nichts verstehn.

 

Oder denk dir ein Mädchen, so schön, so schön,

dass du nie etwas ähnlich Schönes gesehn,

es müsste dir entgehn.

 

Oder denk dir die Fahrt im Planetenkreis

und der Milchstrasse endlos schimmerndes Weiss,

du kannst es nicht mal sehn.

 

Die Mücken, die Mythen, das Milchgeschehn,

sie werden beizeiten untergehn.

 

Aber die Mädchen, so schön, so schön,

sie werden fortbestehn.


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Panafrikanisches Filmfestival Ouagadougou

Fespaco (Festival Panafricain du Cinéma et de la Télévision de Ouagadougou)

 

 Am 25.2.2017 wird das alle zwei Jahre stattfindende Filmfestival von Ouagadougou eröffnet. Es ist ein Festival der Superlative: erwartet werden weit mehr als eine halbe Million Besucher. Das Festival hat sich dem Ziel verpflichtet, das afrikanische Filmschaffen zu fördern und eine internationale Plattform für die Promotion afrikanischer Filme zu schaffen. 1969 gegründet, ist es heute das wichtigste Filmevent ganz Afrikas und zieht nicht nur internationale Expertinnen und Experten an, sondern ist auch ein wahres Volksfest: alle Filme werden zeitgleich im TV übertragen und von der örtlichen Bevölkerung mit grösstem Interesse gemeinsam in Innenhöfen, Bars und Restaurants betrachtet. Eigens dafür haben sie per staatlichem Dekret jeden Tag in dieser Woche ab 14 Uhr frei.  Mobile Kinos gelangen in abgelegene Gebiete und ermöglichen es so auch Menschen in ruralen Gebieten, Filme zu sehen. Gleichzeitig ist es der grösste Umschlagplatz für afrikanische Filme, Talentbörse für internationale Festivals und Plattform für Austausch und Weiterbildung. 
Link auf die Homepage des Festivals mit Listen der nomierten Filme: https://www.fespaco.bf/en/
 
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